Jürgen Todenhöfer 2019

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15.12.2019, Zürich - Theater Spirgarten

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Jürgen Todenhöfer 2019
15.12.2019 um 18:30
8048 Zürich,Standort auf Google Karte anzeigen Theater Spirgarten

Jürgen Todenhöfer 2019

Die Aussenpolitik des Westens beruht auf einer grossen Lüge: Seine weltweiten Militärinterventionen dienen bereits seit Jahrhunderten weder den Menschenrechten noch anderen edlen Werten und Zielen, sondern stets ökonomischen oder geostrategischen Interessen. Jürgen Todenhöfer belegt diese These in seinem neuen Buch mit Reportagen aus den Krisengebieten dieser Welt, aber auch mit historischen Analysen.

Er hat das Buch gemeinsam mit seinem Sohn und Co-Autor Frédéric Todenhöfer vor Ort in den gefährlichsten Krisengebieten der Welt recherchiert, oft unter extremen Gefahren. In Afghanistan, im Irak, in Syrien, in Gaza,  in Libyen, Gaza, im Jemen, bei den Rohingya in Bangladesch und Myanmar, in Saudi-Arabien, im Iran und auch in Nordkorea. Stets versuchten sie, mit allen Konfliktparteien zu sprechen: mit führenden Taliban und mit dem afghanischen Präsidenten, mit dem IS, dem sogenannten „Islamischen Staat“, aber auch mit Assad.

Wohl kaum jemand hatte in den letzten Jahrzehnten intensiveren Zugang zu den Krisen- und Kriegsschauplätzen und zu den unterschiedlichsten Akteuren des Mittleren Ostens als Jürgen und Frédéric Todenhöfer.

Jürgen Todenhöfer belegt seine These über die Heuchelei des Westens mit zahllosen Beispielen: So zeigt er anhand der Afghanistan-Debatte im Dezember 2001, wie die deutschen Parteien argumentierten, beim Einsatz der Bundeswehr gehe es darum, afghanischen Mädchen den Schulzugang zu ermöglichen. Man sei lediglich aus Bündnisgründen mit marschiert. Doch auch heute besuchten nur 40 Prozent der afghanischen Mädchen eine Schule. Er schildert seine Beobachtung, dass 10 Monate nach der „Befreiung“ von Mosul durch die internationale Allianz gegen den IS, der auch Deutschland angehörte, noch immer mumifizierte Kinderleichen auf den Trümmern der zerbombten Häuser lagen. Die „Befreier“ hatten sich nicht einmal um die Bestattung der Toten gekümmert. Er erzählt von den Bombardements im Norden des Jemen, bei denen ohne Hemmungen auch deutsche Waffen eingesetzt würden.

Und er macht deutlich, wie das Bundesverfassungsgericht das Grundgesetz zurechtbiegt, um Auslandseinsätze der Bundeswehr zu ermöglichen.

Jürgen Todenhöfer fordert vom Westen, endlich seine jahrhundertelangen Versprechen einzulösen und die Menschenrechte vorzuleben, und nicht nur vorzuheucheln oder zur Vergewaltigung anderer Völker und Kulturen zu missbrauchen. Dort wo es um Interessen gehe, solle der Westen diese klar benennen. Die bisherige Politik der Heuchelei und Missachtung der Interessen anderer Völker und Kulturen zerstöre die Legitimität und Glaubwürdigkeit des Westens und untergrabe die Demokratie. Ein Weitermachen wie bisher bedeute, dass die Menschen in Europa die Katastrophen ihrer Geschichte vermutlich wieder und wieder durchleben müssten.

Auch die Medien seien nicht unschuldig an der Situation, zu oft werde die gewalttätige Politik des Westens von ihnen mitgetragen. Statt die Heuchelei der Mächtigen zu enttarnen, betrieben sie zu oft „Fankurven-Journalismus“. Das Buch will mit den Lebenslügen der westlichen Zivilisation aufräumen. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Humanismus und Wahrheit als Grundlage der westlichen Politik – und für eine humanistische Revolution des Denkens.

Jürgen Todenhöfer, geboren 1940 in Offenburg, war von 1972 bis 1990 CDU-Bundestagsabgeordneter, seit 1973 als entwicklungspolitischer, dann als rüstungskontrollpolitischer Sprecher der CDU/ CSU Bundestagsfraktion.

Von 1987 bis 2008 war er Stellvertretender Vorsitzender des Burda-Medienkonzerns, von 2017 bis 2018 Herausgeber der Wochenzeitschrift "Der Freitag". Seit 2001 ist er als Publizist tätig und zählt zu den schärfsten, konsequentesten, aber auch sachkundigsten Kritikern der westlichen Interventionen im Mittleren Osten. Die Zahl seiner Kritiker stieg und stieg, die Zahl seiner Anhänger auch. Seine in zahllose Sprachen übersetzten Bücher sind allesamt Bestseller. 

Frédéric Todenhöfer, geboren 1983 in Tübingen, arbeitete nach dem Abitur ehrenamtlich ein halbes Jahr in Afghanistan, und war gleichzeitig als Kolumnist für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung tätig.

Frédéric Todenhöfer studierte Wirtschaftswissenschaften in New York, ist Musikproduzent und seit 6 Jahren der engste politische Berater seines Vaters. Er verantwortet ausserdem dessen Social Media Kanäle auf Facebook und Instagram und begleitet ihn auf Recherche-Reisen in Kriegsgebiete, bei denen er filmt, fotografiert, sowie Ereignisse und Gespräche minutiös protokolliert und dokumentiert.

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